
Bronzezeitlicher Goldschatz aus spanischem Museum geraubt

Das Archäologische Museum (MUVI) der in der Provinz Alicante gelegenen südspanischen Stadt Villena hat seine Hauptattraktion verloren. Beim 1963 entdeckten Schatz von Villena handelt es sich um einen der größten Depotfunde von Goldgegenständen aus der europäischen Bronzezeit.
Der Schatz besteht aus 59 Einzelobjekten aus Gold, Silber, Eisen und Bernstein mit einem Gesamtgewicht von 10 Kilogramm und stammt aus etwa dem Jahr 1000 v. Chr. Aus archäologischer Sicht ist der Schatz von unschätzbarem Wert.

So konnten Wissenschaftler anhand von Materialanalysen sich weithin erstreckende spätbronzezeitliche Handelswege auf die iberische Halbinsel feststellen, denn der Bernstein des Villena-Schatzes stammt ursprünglich von der Ostseeküste. Der Versicherungswert der Gegenstände beträgt 5 Millionen Euro, der Marktwert der 9,7 Kilogramm Gold wird auf eineinhalb Millionen Euro taxiert.
Doch seit den frühen Morgenstunden des 27. August befinden sich die meisten Bestandteile dieses wertvollen Fundes in den Händen von Räubern. Wie unter anderem das spanische Nachrichtenportal 20minutos.es sowie die Nachrichtenagentur AFP berichten, ertönte im Museum gegen 5:20 Uhr Ortszeit am Donnerstagmorgen ein Alarm. Die Einbrecher konnten jedoch nicht mehr gefasst werden.
Die Behörden gehen aufgrund von Zeugenberichten davon aus, dass mindestens drei vermummte Personen in mehreren Fahrzeugen an dem Raub beteiligt waren und durch ein Seitenfenster in das Museum eindrangen. Die herbeigerufenen Polizeibeamten waren bereits um 5:30 Uhr am Ort des Geschehens und bemerkten die zerbrochenen Fensterscheiben. Der Raub muss demnach innerhalb weniger Minuten vonstattengegangen sein, und zwar "ultra-schnell und ultra-professionell", wie ein Sprecher der Stadtverwaltung in den Medien zitiert wird.
Guardia Civil und die spanische Kriminalpolizei ermitteln nun gegen die bisher unbekannten Täter. Sie suchen in dem derzeit geschlossenen Museum nach verwertbaren Spuren und werten die Überwachungskameras aus. Untersucht wird auch, ob ein wenige Minuten vor dem Museumseinbruch in einem zwei Kilometer entfernten Sportzentrum ausgelöster Alarm als Ablenkungsmanöver diente.
Die Zeit für die Ermittler drängt. Denn es ist nicht ausgeschlossen, dass die Diebe die goldenen Schalen und Armbänder einschmelzen, um das Gold weiterverkaufen zu können. Laut der Valencianer Regionalausgabe der spanischen Tageszeitung El Debate und der spanischen Nachrichtenagentur Europa Press ist es nämlich aufgrund des hohen Bekanntheitsgrades des Schatzes nahezu unmöglich, die gestohlenen Stücke in ihrem jetzigen Zustand zu veräußern.
Wie Europa Press weiter berichtet, ist das spanische Kulturministerium äußerst besorgt über die Zunahme an Raubzügen in lokalen Museen. Bereits im Juli hatte demnach das Ministerium einen Bericht von allen spanischen Museen angefordert, in dem alle Museumsstücke aus Gold, Silber und Edelsteinen aufgelistet werden mussten. Außerdem sollten die Museen die zum Schutz dieser Sammlungen durchgeführten Sicherheitsmaßnahmen schildern. Nun wird überlegt, ob diese Maßnahme ausreicht.
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